GESCHICHTE
Die Gliederung der Steiermark
Einleitung
In der Steiermark gibt es eine West-, eine Süd- und eine
Ost-, aber keine Nordsteiermark. Für den Norden des Landes ist vielmehr die Bezeichnung Obersteiermark, seltener und unschärfer auch Oberland, üblich. Aber gibt es dann auch eine Untersteiermark? Und wenn ja, wo liegt sie?
Dieser Themenbereich des Schulatlas erlaubt einen Blick zurück in die Geschichte - auch über die Staatsgrenze hinweg ins Nachbarland Slowenien - und bietet ein klares Begriffsinventar zur Gliederung der Steiermark an.
Gliederung der Steiermark

Diese Karte veranschaulicht eine Gliederungsmöglichkeit der Steiermark. Hierbei ist nicht nur die österreichische, sondern auch die slowenische Steiermark abgebildet. Somit weist die Karte neben einer geographischen auch eine historisch relevante Dimension auf.
Die Untersteiermark liegt heute in Slowenien, das seit 1. Mai 2004 Mitglied der Europäischen Union ist. Sie heißt dort „Štajerska“, ihre Bewohnerinnen und Bewohner bezeichnen sich auch gerne als Steirerinnen und Steirer (Štajerci). Allerdings gibt es kein Verwaltungsgebiet dieses Namens.
Flächen und Einwohnerinnen und Einwohner der Steiermark (Österreich) und der Štajerska (Slowenien) 1910 und 2001:
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Steiermark |
Štajerska |
|---|---|---|
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Fläche |
16 398 km2 |
6 037 km2 |
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EinwohnerInnen 1910 |
967 300 |
476 800 |
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EinwohnerInnen 2001 |
1 184 700 |
748 000 |
Anmerkung: Die Angaben für 1910 beziehen sich auf die jeweiligen heutigen Flächen.
Die 5 größten Städte der Steiermark (Österreich) und der Štajerska (Slowenien) um 2000:
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Steiermark |
Štajerska |
|---|---|
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Graz (226 200 Ew.) |
Maribor (112 600 Ew.) |
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Leoben (25 800 Ew.) |
Celje (48 700 Ew.) |
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Kapfenberg (22 200 Ew.) |
Velenje (33 800 Ew.) |
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Bruck/Mur (13 400 Ew.) |
Slovenska Bistrica (30 100 Ew.) |
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Knittelfeld (12 700 Ew.) |
Krško (28 000 Ew.) |
Gliederung der Steiermark in Ober- und Mittelsteiermark

In der Mitte des Grazer Hauptplatzes steht ein Brunnen, der nach Erzherzog Johann (1782-1859) benannt ist. Er war ein großer Förderer der Steiermark, besonders in den Bereichen Landwirtschaft, Bergbau, Verwaltung, Technik und Wissenschaft. Am Brunnen sind Frauenfiguren angebracht, welche die vier steirischen Flüsse symbolisieren:
- Enns
- Mur
- Drau/Drava
- Sann/Savinja.

Damit erinnert der Brunnen daran, dass die Steiermark bis zum Jahr 1918 viel größer war als heute. Mit der staatlichen Neuordnung Europas nach dem Ersten Weltkrieg kam die „Untersteiermark“ zum späteren Jugoslawien, weil sie mehrheitlich von Sloweninnen und Slowenen besiedelt war und ist (siehe Text zu "Gliederung der Steiermark").
Bei Österreich verblieben damals die „Obersteiermark“, das ist der am stärksten gebirgige Teil der Steiermark, und die „Mittelsteiermark“, das ist die weitere Umgebung der Landeshauptstadt Graz. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde es üblich, die Mittelsteiermark noch weiter in eine West-, Ost- und zuletzt auch eine Südsteiermark zu gliedern.

Quellenverzeichnis
Kartengrundlage:
Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Fachstelle GIS
Lehrplan Volksschule, Sachunterricht:
https://bildung.bmbwf.gv.at/schulen/unterricht/lp/lp_vs_7_su_14051.pdf?61ec03
Lehrplan Geographie und Wirtschaftskunde, AHS Unterstufe/NMS:
https://bildung.bmbwf.gv.at/schulen/unterricht/lp/ahs9_784.pdf?61ebyf
Lehrplan Geographie und Wirtschaftskunde, AHS Oberstufe:
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10008568
Lehrpläne BHS (HLW und Tourismusschulen, HAK, HTL, BAfEP):
https://www.abc.berufsbildendeschulen.at/downloads/?kategorie=24
Autorinnen und Autoren
Text:
Ao. Univ.Prof. Mag. Dr. Gerhard Karl Lieb (2004, 2013)
Lehrplanbezüge:
Mag. Michael Lieb
Mögliche Lernziele:
Mag. Michael Lieb
Kartengestaltung:
Mag. Michael Krobath (2004, 2013)
Web-Bearbeitung:
Christian Lieb MSc. (2019)
Redaktionelle Bearbeitung:
Nora Schopper BA MSc