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NATURRAUM UND PHYSISCHE GEOGRAPHIE

Hochwassergefährdung

Einleitung

Natürliche Prozesse werden als Naturgefahren wahrgenommen, wenn sie in der Lage sind, Menschen oder Objekten direkt oder indirekt zu schaden. Natürliche Prozesse werden erst durch das Urteil von Menschen oder einer Gesellschaft als Naturgefahr interpretiert, dabei spielen Wertvorstellungen, der Umgang mit den Gefahren und Bewältigungsstrategien eine große Rolle. In den Naturgefahrenkarten werden Hochwasser, Erdbeben, Lawinen, Rutschungen und Muren dargestellt.


Hochwassergefährdung
Hochwassergefährdung

Es gibt große Unterschiede zwischen Flüssen im Flachland und Wildbächen – im Gebirge führen Überflutungen im Oberlauf wegen des hohen Anteils an Sedimenten häufig zu Übermurungen. Im Mittel- und Unterlauf dagegen muss mit „gewöhnlichem“ Hochwasser gerechnet werden, also mit dem Ansteigen des Wasserstands eines Flusses über einen bestimmten Pegel; meist wird dafür der mittlere Wasserstand herangezogen.

In großen Teilen Europas kam es 2002 und 2005 zu ausgedehnten Hochwasserereignissen mit sehr hoher Jährlichkeit (z.T. weit über HQ100 – das entspricht einem Ereignis, das alle 100 Jahre zu erwarten ist), auch in der Steiermark traten in diesen beiden Jahren viele Flüsse über die Ufer. Hochwasser wird in der Steiermark meist durch langanhaltenden Starkregen oder durch die Kombination von Regen und Schneeschmelze ausgelöst. Im Winter ist aufgrund der Schneedeckenbildung von keiner Hochwassergefahr auszugehen, eine Ausnahme bilden Eisstauungen in den Oberläufen alpiner Flüsse - Eisstauungen sind etwa im oberen Murtal alle 20 Jahre zu erwarten.

Auf der Karte werden Hochwasser-Überflutungsflächen mit der Eintrittswahrscheinlichkeit von 300 Jahren (HQ 300) dargestellt. Zu beachten ist, dass für einige Abschnitte noch keine Studien vorliegen und deshalb auch dort, wo auf der Karte keine Gefährdung ausgewiesen ist, Überschwemmungsflächen vorliegen können. Ob ein Fluss über seine Ufer tritt, ist von vielen Faktoren abhängig, z.B. von der Form des umliegenden Geländes, von den geologischen Verhältnissen, die mitverantwortlich für die Gestalt des Flusses selbst sind (Tiefe der Sohle, Breite des Flussbetts) und von Eingriffen durch den Menschen (mehr Abflussraum durch Aufweitung der Ufer und Eintiefung der Sohle). Retentionsräume sind Flächen, die im Falle erhöhter Wassermengen ohne großen Schaden anzurichten überflutet werden können – Voraussetzung für diesen naturnahen Lösungsansatz, der dem Fluss den erforderlichen Platz zugesteht, ist keine bzw. nur extensive Nutzung der entsprechenden Flächen. Hochwasserrückhaltebecken sorgen für dosierte Abflussmengen und verhindern auf diese Weise Überschwemmungen flussabwärts gelegener Gebiete.


Quellenverzeichnis

Kartengrundlage:
Amt der Steiermärkischen Landesregierung, GIS-Steiermark 2007-2010;

Wildbach- und Lawinen-EZG: © WLV, 2010;


Lehrplan Volksschule, Sachunterricht:
https://bildung.bmbwf.gv.at/schulen/unterricht/lp/lp_vs_7_su_14051.pdf?61ec03

Lehrplan Geographie und Wirtschaftskunde, AHS  Unterstufe/NMS:
https://bildung.bmbwf.gv.at/schulen/unterricht/lp/ahs9_784.pdf?61ebyf

Lehrplan Geographie und Wirtschaftskunde, AHS Oberstufe:
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10008568

Lehrpläne BHS (HLW und Tourismusschulen, HAK, HTL, BAfEP):
https://www.abc.berufsbildendeschulen.at/downloads/?kategorie=24

Autorinnen und Autoren

Text:
Mag. Andreas Maier (2010)

Kartengestaltung:
Mag. Andreas Maier (2010), Mag.a Edeltraud Pirker (2019), Anna Weissinger MSc (2024)

Lehrplanbezüge:
Mag. Michael Lieb

Mögliche Lernziele:
Mag. Michael Lieb

Web-Bearbeitung:
Mag.a Edeltraud Pirker (2019), Anna Weissinger MSc (2024)

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